Hannovers Großmarkt und seine Geschichte

Seit nunmehr über 50 Jahren öffnet der Großmarkt Hannover am Tönniesberg um drei Uhr morgens seine Tore. Mit täglich frischem Obst und Gemüse aus der Region, exotischen Südfrüchten aus aller Welt und duftend bunten Blumen versorgen unsere Händler und Produzenten schon seit über 100 Jahren die´Bäuche´ über die Grenzen von Hannover.  
1901 Hannovers erster Großmarkt und seine Geschichte
Schon um die Jahrhundertwende besitzt Hannover einen Großmarkt. Eine Karte aus dem Jahre 1901 bestätigt, das der Handelsplatz für Obst und Gemüse in der ersten Markthalle untergebracht ist.Einige Jahre später verlegen ihn die Großhändler auf den Marktplatz an der Marktkirche und dann in die alte Markthalle. Erst Anfang der 40ger Jahre des letzten Jahrhundert findet der Handel auf dem Klagesmarkt statt.
1924 Plan für einen festen Standort
Mit der Entwicklung des Transportwesens gelangen zunehmend Produkte aus weiter entfernt liegenden Gebieten auf den Markt. Doch ist man im Stadtzentrum durch die Vielzahl der zusammengepferchten Behelfsbauten eingeengt. Man handelt auf dem Klagesmarkt mehr schlecht als recht. Ein fester Standort muss her und eine lange Planungsphase beginnt.
1950 Ordnung auf dem Klagesmarkt
Endlich wird Ordnung auf dem Markt geschaffen. Die hässlichen Buden des Gemüsemarktes werden beseitigt. Alle sind sich einig, die Stadt, die Produzenten, die Großhändler, die Importeure und die Einzelhändler. Der Tönniesberg soll neuer Standort für den Großmarkt sein. Der Großmarkt am Klagesmarkt
1954 Planung abgeschlossen
Der fünfte Standort des Großmarktes soll entstehen. Auf
190 000 qm werden 6 je 100m lange Frucht- und Lagerschuppen entstehen - genügend Platz für das bunte Treiben um Obst, Gemüse, Südfrüchte und Blumen. 400 Kraftwagen sollen gleichzeitig an denHallentoren vorfahren können. Die günstige Verkehrslage mit leistungsfähigen und schnellen Zubringer- und Abfahrtswegen sind selbstverständlich. Auf Straße und Schiene wird zukünftig die leicht verderbliche Ware über kurze Wege an den Großmarkt geliefert.
1955 Erster Spatenstich für Gemüsegroßmarkt
Ein neues Großbauprojekt für die Landeshauptstadt. Zwischen Nenndorfer und Bornumer Straße entsteht mit dem ersten Spatenstich der seit langem geplante Gemüsegroßmarkt. Bauherr und Träger ist die "Fruchtgroßmarkt-Verwaltungsgesellschaft", 65 Großhändler und über 100 Produzenten sollen hier Platz finden. Der Hannoversche Großmarkt wird zum wirtschaftlichen Mittelpunkt eines der bedeutensten Erzeugergebiete der Bundesrepublik. Bauarbeiter am Großmarkt 1956
1958 Der neue Großmarkt öffnet seine Pforten
Der neue Großmarkt Hannover Am Tönniesberg öffnet seine Pforten. Schon am ersten Tag "schluckt" der Großmarkt mühelos 1500 Fahrzeuge. Das innovative Garagensystem sorgt für unmittelbares Laden der gekauften Ware direkt am Stand. Am Sonntag, den 29. Juni 1958, dampft mit geschmücktem, schwarz glänzendem Kessel und hellrot leuchtenden Rädern der erste Eisenbahnzug, beladen mit zahrlreichen Gästen vom Bahnhof Linden zum Tönniesberg. Dampflok mit Großmarktschild
1959 Bananen für Hannover
Die sogenannten Großhandelshallen sind voll belegt und Anträge auf weitere Platzzuweisungen müssen abgelehnt werden. Im zweiten Bauabschnitt werden zwei Bananenreifereien errichtet. Außerdem findet der Ausbau des Grünstreifens zwischen den Fruchtschuppen statt, auf dem die selbstvermarktenden Produzenten neue Standflächen erhalten. Bislang hatten sie einen Platz am Rande des Großmarktes. Bananenlieferung am Großmarkt Hannover 1959
1963 5 Jahre Großmarkt Hannover
Der Großmarkt Hannover ist ein wahres Musterbeispiel. Von zahlreichen Kommissionen aus dem Ausland wird er als anschauliches Modell besichtigt. Im Gegensatz zu den übrigen Großmärkten im Bundesgebiet wird der hannoversche Versorgungsmarkt als GmbH in rein privatwirtschaftlicher Form betrieben. Er ist weder eine staatliche noch eine kommunale Einrichtung. In Hannover sind Großhändler und Produzenten zusammengeschlossen. 2500 Wiederverkäufer zählen täglich zu
1964 Neue Blumengroßmarkthalle - Duft und Farbe
Der Handel mit Blumen wird bisher in einer der Fruchthallen abgewickelt. In diesem Jahr findet die Übergabe der neuen Blumenhalle mit den dazugehörigen Parkflächen statt. Für die 400 Kraftwagen der Einkäufer wird eine neue Auffahrtfläche geschaffen. Grünanlagen geben dem Großmarkt einen ansprechenden Rahmen.
1967 Großtankstelle, Kühlräume und Fernsprechnetz
Eine private Großtankstelle eröffnet ihren Servicebereich direkt am Großmarkt. Um die leicht verderbliche Ware länger frisch zu halten, werden Heizungsanlagen, Klimakammern, Kühl- und Gefrierräume installiert. Außerdem wird das Fernsprech- und Fernschreibnetz weiter ausgebaut und neue Transportmittel angeschafft. Mit dem Neubau der Firma Hameico bekommt der Großmarkt Zuwachs. Durch LKW-Rampen und einen direkten Gleisanschluss ist ein schnelles und bequemes be- und entladen möglich.
1971 Die METRO auf dem Großmarkt
Nach einer langen Bauphase öffnet die METRO ihre Pforten auf dem Großmarktgelände. Der neue Cash- und Carrymarkt bietet dem selbständigen gewerbetreibenden ein vielfältiges Angebot an Produkten. Vom Bürobedarf über Getränke bis hin zu Lebensmitteln wird das Angebot auf dem Groß- marktgelände erweitert. Die Metro auf dem Gelände des Großmarktes Hannover 1971
1976 Der Bauch von Hannover
So wird er täglich satt: Jeden Tag werden auf dem hannoverschen Großmarkt rund 450 Tonnen Obst und Gemüse verkauft (das Gewicht entspricht 450 Volkswagen). Spargel, Kohl und Salate, um nur einige zu nennen, werden aus der Anbauregion Hannover über denGroßmarkt vermarktet. Äpfel aus Neuseeland, exotische Früchte aus Südafrika, Obst und Gemüse aus Spanien, Frankreich und Italien werden per Bahn oder Lastwagen nach Hannover transportiert.
1998 Das Dach
Der Obst- und Gemüsegroßmarkt bekommt ein Dach. Zwischen den 6 Fruchthallen schützt nach langer Planung ein riesiges Glasdach vor Witterungseinflüssen. Mit 18000 Quadratmetern entsteht die größte überdachte Freifläche Norddeutschlands.
2000 Der Großmarkt als Markenzeichen
Die Marke ´Frischere-Qualität vom Großmarkt Hannover´ wird ins Leben gerufen. Der Versorgungsauftrag für Hannover wird heute von den Supermarktketten übernommen.Der Großmarkt hat sich auf den Lebensmitteleinzelhandel und die Gastronomie spezialisiert. Qualitätsprodukte und besondere Frische sind das Markenzeichen des Großmarktes!